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Ombra Mai Fu – Konzertarie gespielt mit Smartphones

Matthias Krebs | 30. Januar 2012

Die Musikerinnen und Musiker des DigiEnsemble Berlin haben bereits in zahlreichen Musikprojekten gezeigt, wie mit Smartphones und Tablets, insbesondere mit iPod, iPhone und iPad, musiziert werden kann. Da die Mitglieder des DigiEnsembles je eigene musikalische Hintergründe besitzen – vom klassisch ausgebildeten Musiker über Rockmusiker bis hin zum DJ ist alles vertreten! –, entstehen ganz unterschiedliche Ergebnisse. Dies bezeugen eine ganze Reihe von Videos, die auf Youtube veröffentlicht wurden sowie Workshops zum Thema und viele Konzerte.

Klassisches Instrumentarium

Speziell für das Konzert der Gala zum 30-jährigen Bestehen der Stiftung „Menschen für Menschen“ von Karlheinz Böhm im Dezember 2011 stellte sich das DigiEnsemble die Aufgabe, eine klassische Konzertarie mit Smartphones zu spielen.  Nach einigen Recherchen fiel die Wahl auf „Ombra Mai Fu“ von Georg Friedrich Händel aus der Oper „Serse“ (Xerxes). Hierfür mussten die Noten an das App-Instrumentarium angepasst werden. Als Sängerin konnte die Sopranistin Anna Gütter für dieses Unterfangen gewonnen werden.

DigiEnsemble Berlin und Anna Gütter
Foto: Sven Ratzel

Für die Realisierung der Begleitung wählte das Ensemble das App-Instrument „ThumbJam“ für iPod/iPhone/iPad aus, mit dem schon in anderen Produktionen sehr gute Erfahrungen gemacht wurden. Wie schon in einigen Videos demonstriert (siehe hier im Video), lassen sich die Klänge zum Beispiel in ihrer Lautstärke durch Heben und Senken des Smartphones steuern, was das Spiel musikalisch macht. Als Instrumentenklänge wurden klassischen Instrumenten ähnelnde Samples gewählt, um den Klangcharakter der Komposition zu bewahren. Der Originalbesetzung des Stückes (zwei Violinen, Viola, Cello und Kontrabass) wurden Oboe und Orgel hinzugefügt. Der Fokus bei der Erarbeitung der Interpretation war auf das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Musikern gerichtet. Besonderer Wert wurde, soweit wie eben auf Smartphones möglich, auf Phrasierung, Dynamik und Artikulation gelegt. Durch die vertrauten Instrumentenklänge konnte das Ensemble in der musikalischen Gestaltung auf die Hörerfahrungen seiner Musiker zurückgreifen. Die musikalische Leitung übernahm Uwe.

Das Video wurde am 14. Dezember 2011 im Kammersaal der Universität der Künste Berlin aufgezeichnet. Gestaltungsidee war, einerseits eine der Arie angemessene Stimmung zu erzeugen und andererseits die Art des Smartphone-Musizieren abzubilden. Anna singt einfach großartig! An der Videoproduktion  waren Lukasz Fabijanczyk und Matthias Krebs (Regie/Schnitt), Sandra Hübner und Gösta Oelstrom (Kamera) sowie Till Rotter (Ton) beteiligt. Dafür einen herzlichen Dank.

  • Wie gefällt Ihnen diese Interpretation? Wie gefällt Ihnen das Musikvideo?

Das Ensemble interessiert sich sehr für Ihre Meinung zu diesen Versuchen. Nutzen Sie das Kommentarfeld unter diesem Artikel, schicken Sie uns eine Mail oder sprechen Sie uns bei einem Konzert persönlich an! Fragen zur Realisierung beantworten wir Ihnen gern!

 

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Matthias Krebs ist Appmusiker, Diplom-Musik- und Medienpädagoge und wissenschaftlich tätig. Matthias Krebs ist Gründer und Leiter des Smartphone-Orchesters DigiEnsemble Berlin und beschäftigt sich im Rahmen seiner Promotion mit der Aneignung digitaler Musikinstrumente. Weitere Forschungsschwerpunkte betreffen: Digitale Medien in Lehre und Forschung, Kommunikation im Social Web, Netzkunst, digitale Musikinstrumente und Musiker-Selbstvermarktung. Er arbeitet und wirkt an der Universität der Künste Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter, ist als Lehrbeauftragter an mehreren deutschen Musikhochschulen tätig und leitet regelmäßig Workshops. Mehr: www.matthiaskrebs.de


3 Antworten zu “Ombra Mai Fu – Konzertarie gespielt mit Smartphones”

  1. Maria sagt:

    Find ich eine sehr tolle Idee, welche Apps benutzt ihr zum musizieren?

  2. […] Über das musikalische Ergebnis können Sie gern mit uns auf dem Blog “Appmusik – Musikmachen mit Apps” diskutieren -> Artikel “Ombra Mai Fu – Konzertarie gespielt auf Smartphones“. […]

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